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Grindr kauft PrEP-Anbieter Freddie für 250 Millionen Dollar

Gesundheit

Die Dating-App Grindr übernimmt das kanadische Telemedizin-Unternehmen hinter Freddie. Nutzerinnen und Nutzer in den USA und Kanada sollen PrEP künftig direkt über die App erhalten.

Grindr kauft PrEP-Anbieter Freddie für 250 Millionen Dollar

Bild: KI-generiert · Illustration

Grindr steigt ins Gesundheitsgeschäft ein. Die Dating-App übernimmt das kanadische Telemedizin-Unternehmen PurposeMed, das hinter dem PrEP-Anbieter Freddie steht, für 250 Millionen US-Dollar in bar und Aktien. Bis zu 70 Millionen Dollar kommen hinzu, falls das Unternehmen 2027 bestimmte Geschäftsziele erreicht. Der Abschluss ist bis Ende des Jahres geplant. Es ist die erste größere Übernahme in der Firmengeschichte seit der Gründung 2009.

Freddie wurde 2020 gegründet. Das Unternehmen verschreibt die HIV-Prophylaxe PrEP digital, liefert sie per Post und bietet Heimtests auf sexuell übertragbare Infektionen an. Seit der Expansion in die USA 2024 betreut es nach eigenen Angaben mehr als 55.000 Patientinnen und Patienten in Kanada und allen 50 US-Bundesstaaten. Die Mehrheit der Patienten kann PrEP laut Freddie über die Krankenversicherung kostenlos erhalten.

Grindr will Aufklärung, Online-Beratung, Labortests und Verschreibung direkt in die Plattform einbinden. Nutzer in den USA und Kanada können über das Gesundheitszentrum der App bereits Beratung, Tests und diskret zugestellte Medikamente erhalten, kostenlos oder günstig. Grindr-Chef George Arison sagte: „Neuinfektionen sollten gegen null gehen, und genau das wollen wir erreichen.“ Freddie-Mitgründer Husein Moloo schätzt, dass sein Unternehmen heute jeden Tag eine HIV-Übertragung verhindert.

In den USA nutzen derzeit rund 650.000 Menschen PrEP, geschätzt 2,2 Millionen könnten davon profitieren.

Kritik gibt es wegen des Umgangs der App mit Gesundheitsdaten. 2018 gab Grindr HIV-Statusangaben an Drittanbieter weiter. In Großbritannien zahlte das Unternehmen zuletzt Schadensersatz von mehr als 30 Millionen Euro, weil Gesundheitsdaten für Werbezwecke missbraucht wurden. Auch in Norwegen wurden Strafen verhängt.

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