Neue Untersuchungen auf einer internationalen Aids-Konferenz belegen, wie stark die von der Trump-Regierung gekürzten PEPFAR-Mittel die HIV-Prävention weltweit geschwächt haben. Besonders betroffen sind Sexarbeiter*innen und trans Menschen.
Auf einer internationalen Aids-Konferenz vorgestellte Studien zeigen, wie stark sich die Kürzungen der US-Regierung beim Programm PEPFAR auf die weltweite HIV-Versorgung ausgewirkt haben. PEPFAR – der President's Emergency Plan for Aids Relief – finanziert seit über 20 Jahren Prävention und Behandlung in einkommensschwachen Ländern und gilt als eines der wirksamsten globalen Gesundheitsprogramme der USA.
Eine Umfrage der Organisation amFAR unter Hilfsorganisationen in 46 Ländern ergab, dass etwa drei Viertel der befragten Einrichtungen die Versorgung besonders gefährdeter Gruppen einstellen mussten – dazu zählen Sexarbeiter*innen und trans Menschen, die ohnehin oft nur eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. Mindestens 1.700 Behandlungszentren wurden geschlossen, mehr als 16.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen verloren ihre Stelle.
Eine zweite, unabhängige Studie kommt zu einem ähnlich deutlichen Ergebnis: 2025 erhielten rund 77.000 Kinder weniger eine PEPFAR-finanzierte HIV-Behandlung als im Jahr zuvor. In einigen Ländern brach die Versorgung um mehr als 45 Prozent ein. Fachleute warnen, dass sich die Folgen nicht nur in Neuinfektionen, sondern auch in vermeidbaren Todesfällen niederschlagen werden, weil unterbrochene Behandlungen Resistenzen begünstigen und Übertragungsketten wieder in Gang setzen.
Die Kürzungen gehen auf eine Entscheidung der Trump-Regierung zurück, zugesagte PEPFAR-Mittel zu verzögern beziehungsweise zu reduzieren. Kritiker werfen der Regierung vor, damit jahrzehntelange Fortschritte im Kampf gegen HIV aufs Spiel zu setzen – gerade in Ländern, die kaum eigene Kapazitäten haben, die Lücke zu schließen.
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