Das Oberlandesgericht Hamburg hat zwei Männer wegen Spionage für Iran verurteilt. Sie hatten Anschlagsziele in Deutschland ausgekundschaftet, darunter den Grünen-Politiker Volker Beck.
Bild: KI-generiert · Illustration
Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat zwei Männer wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit für Iran verurteilt. Ali S. (54) muss achteinhalb Jahre in Haft, Tawab M. (43), ein Afghane mit Wohnsitz in Dänemark, viereinhalb Jahre. Das Gericht sah zudem eine versuchte Beteiligung an Mord und schwerer Brandstiftung als erwiesen an. Es folgte damit den Anträgen der Bundesanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch gefordert.
Ausgespäht wurden nach den Feststellungen des Gerichts der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, und der Grünen-Politiker Volker Beck, der seit 2022 die Deutsch-Israelische Gesellschaft leitet. Außerdem gerieten zwei jüdische Lebensmittelhändler in Berlin ins Visier.
Anfang 2025 reiste Ali S. im Auftrag der iranischen Revolutionsgarde nach Berlin und recherchierte dort zu Beck und Schuster. Spätestens im Mai 2025 nahm er Kontakt zu Tawab M. auf. Der sollte als Mittelsmann eine Schusswaffe besorgen und einen bislang unbekannten Dritten dazu bringen, die Tat an Beck auszuführen.
Dazu kam es nicht. Die dänische Polizei nahm Ali S. im Juni 2025 in Aarhus fest, nach Hinweisen des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad. Tawab M. wurde im November 2025 verhaftet. Beide wurden nach Deutschland ausgeliefert und angeklagt.
Beck leitet die Deutsch-Israelische Gesellschaft seit 2022 und setzt sich öffentlich für das Existenzrecht Israels und gegen Antisemitismus ein. Die Bundesanwaltschaft hatte beide Männer angeklagt; das Gericht blieb mit seinem Urteil bei ihren Anträgen.
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