Die US-Gleichstellungsbehörde EEOC verzichtet künftig auf Verfahren gegen christliche Arbeitgeber wegen Pronomen-Regeln und Zugangsvorgaben zu Sanitärräumen. Kritikerinnen nennen den Vergleich beispiellos.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die US-Gleichstellungsbehörde EEOC hat sich in einem Vergleich verpflichtet, gegen Mitglieder der Christian Employers Alliance keine Verfahren wegen Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität mehr einzuleiten, jedenfalls nicht in bestimmten Bereichen. Konkret betrifft das den Umgang mit Pronomen, geschlechtsspezifische Kleiderordnungen und den Zugang zu nach Geschlechtern getrennten Räumen wie Umkleiden oder Toiletten.
Die Christian Employers Alliance, ein Zusammenschluss christlicher Arbeitgeber, hatte die Behörde bereits im Januar 2025 verklagt. Im Kern ging es um die Frage, ob Diskriminierung wegen der Geschlechtsidentität unter das Verbot der Geschlechterdiskriminierung in Titel VII des Civil Rights Act von 1964 fällt, eine Auslegung, die der Oberste Gerichtshof 2020 im Fall Bostock v. Clayton County bestätigt hatte. Genau diese Auslegung wollte die Allianz für ihre Mitglieder außer Kraft setzen. Ein Bundesrichter genehmigte den Vergleich im vergangenen Monat.
Bemerkenswert ist vor allem eine Klausel: Der Vergleich soll nicht nur für aktuelle, sondern auch für künftige Mitglieder der Allianz gelten. Karla Gilbride, frühere Chefjuristin der EEOC, nannte das gegenüber The Intercept einen ungewöhnlichen Vorgang. Ihr sei kein Vergleich bekannt, der auf Dauer eine Freistellung von behördlichen Ermittlungen schaffe.
Für einzelne Arbeitnehmer:innen ändert der Vergleich rechtlich wenig, sie können weiterhin selbst klagen, unabhängig davon, ob die EEOC ein Verfahren einleitet. Die Entscheidung schwächt aber die Rolle der Behörde als Ansprechpartnerin für Betroffene, die sich am Arbeitsplatz wegen ihrer Geschlechtsidentität benachteiligt fühlen.
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