Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Eine neue Auswertung großer US-amerikanischer Kirchen zeigt, wie unterschiedlich Glaubensgemeinschaften mit queeren Mitgliedern umgehen. Die Untersuchung ordnet zwanzig bedeutende christliche Denominationen danach ein, wie weit sie LGBTIQ+-Menschen in Ehe, Ordination, Adoption und Seelsorge einbeziehen – und offenbart eine tiefe Kluft zwischen offen einladenden und strikt ablehnenden Kirchen.
Am einen Ende stehen Gemeinschaften, die gleichgeschlechtliche Ehen segnen, queere Menschen ins Pfarramt berufen und trans Mitglieder ausdrücklich willkommen heißen. Am anderen Ende finden sich Kirchen, die Homosexualität weiterhin als Sünde einstufen, gleichgeschlechtlichen Paaren kirchliche Trauungen verweigern und keine offen queeren Geistlichen zulassen. Dazwischen liegt ein breites Spektrum an Kirchen, die sich zwar tolerant geben, in ihrer Praxis aber deutlich zurückhaltender bleiben als ihre öffentliche Kommunikation vermuten lässt.
Für viele gläubige queere Menschen in den USA ist die Einordnung mehr als akademisches Interesse: Sie entscheidet mitunter darüber, ob sie in ihrer Gemeinde offen leben können oder ihren Glauben und ihre Identität getrennt halten müssen. Aktivist*innen hoffen, dass die Übersicht Gemeinden Druck macht, ihre Praxis an ihre öffentlich propagierten Werte anzupassen, und Gläubigen hilft, eine Gemeinschaft zu finden, in der sie sich nicht verstecken müssen.
Die Studie reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Untersuchungen, die den Umgang religiöser Institutionen mit queeren Themen sichtbarer machen – gerade in einer Phase, in der sich die politische Stimmung in Teilen der USA gegenüber LGBTIQ+-Rechten wieder verschärft.
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