Ein Ranking von zwanzig großen US-amerikanischen Kirchen zeigt eine tiefe Kluft zwischen Gemeinschaften, die queere Mitglieder in Ehe, Ordination und Seelsorge einbeziehen, und solchen, die daran strikt festhalten, sie auszuschließen.
Bild: KI-generiert (Higgsfield) · Illustration
Eine neue Auswertung großer US-amerikanischer Kirchen zeigt, wie unterschiedlich Glaubensgemeinschaften mit queeren Mitgliedern umgehen. Die Untersuchung ordnet zwanzig bedeutende christliche Denominationen danach ein, wie weit sie LGBTIQ+-Menschen in Ehe, Ordination, Adoption und Seelsorge einbeziehen – und offenbart eine tiefe Kluft zwischen offen einladenden und strikt ablehnenden Kirchen.
Am einen Ende stehen Gemeinschaften, die gleichgeschlechtliche Ehen segnen, queere Menschen ins Pfarramt berufen und trans Mitglieder ausdrücklich willkommen heißen. Am anderen Ende finden sich Kirchen, die Homosexualität weiterhin als Sünde einstufen, gleichgeschlechtlichen Paaren kirchliche Trauungen verweigern und keine offen queeren Geistlichen zulassen. Dazwischen liegt ein breites Spektrum an Kirchen, die sich zwar tolerant geben, in ihrer Praxis aber deutlich zurückhaltender bleiben als ihre öffentliche Kommunikation vermuten lässt.
Für viele gläubige queere Menschen in den USA ist die Einordnung mehr als akademisches Interesse: Sie entscheidet mitunter darüber, ob sie in ihrer Gemeinde offen leben können oder ihren Glauben und ihre Identität getrennt halten müssen. Aktivist*innen hoffen, dass die Übersicht Gemeinden Druck macht, ihre Praxis an ihre öffentlich propagierten Werte anzupassen, und Gläubigen hilft, eine Gemeinschaft zu finden, in der sie sich nicht verstecken müssen.
Die Studie reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Untersuchungen, die den Umgang religiöser Institutionen mit queeren Themen sichtbarer machen – gerade in einer Phase, in der sich die politische Stimmung in Teilen der USA gegenüber LGBTIQ+-Rechten wieder verschärft.
Verwandte Artikel
Wyoming verhandelt: Gilt Selbstverteidigungsrecht auch für angegriffene trans Frau?
Ein Gericht in Laramie, Wyoming, prüft, ob das Selbstverteidigungsgesetz des Bundesstaats für Rihanna Kelver gilt. Sie hatte nach transfeindlichen Beleidigungen und einem Stoß zu Boden eine Waffe gezogen – ihr drohen bis zu 15 Jahre Haft.
Everton Blair wird als erste offen schwule Person aus dem Süden der USA in den Kongress gewählt
Georgia schickt erstmals eine offen schwule Person nach Washington: Everton Blair gewann die Stichwahl um den 13. Kongresswahlbezirk und ist die dritte offen schwarze und schwule Person überhaupt im US-Kongress.
Rechtsextremer Provokateur Milo Yiannopoulos aus den USA abgeschoben
US-Einwanderungsbehörden haben Milo Yiannopoulos festgenommen und nach Großbritannien abgeschoben – wegen eines seit 2019 überzogenen Visums. Der frühere Breitbart-Redakteur war über Jahre für Hetze gegen trans Menschen bekannt.