Ein Fußball-YouTuber hatte Betis-Verteidiger Héctor Bellerín als „verdeckten Schwulen“ beschimpft. Die Provinzstaatsanwaltschaft Madrid prüft nun, ob die Äußerungen strafbar sind.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die Provinzstaatsanwaltschaft Madrid ermittelt gegen den YouTuber und Fußball-Influencer Íñaki Angulo. Er hatte den Profi Héctor Bellerín während eines Livestreams als mutmaßlich „verdeckten Schwulen“ bezeichnet. Geprüft wird, ob die Äußerungen den Tatbestand eines Delikts gegen die Grundrechte und öffentlichen Freiheiten erfüllen.
Der Stream lief am 4. September 2026 während des Spiels von Real Betis gegen Real Madrid. Angulo kommentierte Belleríns Erscheinungsbild und Interessen, etwa dass der 31-jährige Verteidiger sich die Fingernägel lackiert und Bücher von Frauen liest. Danach folgten weitere homophobe Beschimpfungen.
Die Anzeige reichte der Verein Asociación Transparencia y Democracia en el Deporte vor rund einem Monat ein. Laut mehreren spanischen Medien schlossen sich ihr etwa 100 weitere Personen an. Die Ermittlungen sind keine Anklage und keine Verurteilung. Zunächst muss die Staatsanwaltschaft klären, ob die Äußerungen strafrechtlich relevant sind und ob weitere Schritte folgen.
Bellerín spielte früher für den FC Barcelona und den FC Arsenal. Er hat wiederholt über Anfeindungen gesprochen. Im Juni 2026 sagte er in der Sendung laSexta, er und sein früherer Mitspieler Borja Iglesias würden immer wieder angegriffen, weil sie nicht dem traditionellen Bild des männlichen Fußballers entsprächen. Er kritisierte, dass etwas wie lackierte Fingernägel als Anlass diene, Spieler abzuwerten.
Auch Iglesias wurde schon wegen lackierter Fingernägel homophob beleidigt. Damals solidarisierten sich Fans, indem sie sich ebenfalls die Nägel lackierten.
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