Zwischen einem umstrittenen „Pride-Spiel“, Boykotten queerer Fangruppen und der viel beachteten Freundschaft von Erling Haaland und Jude Bellingham – die WM 2026 hatte auch abseits des Rasens queere Schlagzeilen.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada lieferte auch abseits des Spielfelds queere Debatten. Für Aufsehen sorgte das Gruppenspiel zwischen Iran und Ägypten, das das Seattle-Organisationskomitee zum ersten offiziellen „Pride-Spiel“ der WM-Geschichte erklärte – gegen den Willen beider Mannschaften.
Die Auswahl wirkte gewagt: In Iran steht auf gleichgeschlechtliche Handlungen die Todesstrafe, ein UN-Bericht von 2021 dokumentierte unter anderem Elektroschock-Folter an queeren Jugendlichen. Ägypten kennt zwar kein explizites Verbot von Homosexualität, verfolgt queere Menschen aber über Straftatbestände wie „Sittenlosigkeit“ oder „unzüchtiges Verhalten“. Beide Trainer wichen Fragen zur Pride-Zuordnung aus und verwiesen auf den Fußball. Die FIFA erlaubte trotzdem Regenbogenfahnen in den Stadien.
Ihren Unmut über die Sicherheitslage in den USA machten derweil mehrere queere Fangruppen deutlich: Die englische „Three Lions Pride“ boykottierte das Turnier komplett, weil sie ihren Mitgliedern keine Sicherheit als offen queere Fans garantieren konnte. Organisationen wie Queer Football Fanclubs und die Sport & Rights Alliance schlossen sich der Kritik an.
Für versöhnlichere Bilder sorgte dagegen die Freundschaft von Norwegens Erling Haaland und Englands Jude Bellingham: Die früheren Dortmund-Teamkollegen standen sich im Viertelfinale gegenüber – England gewann 2:1 –, ihre öffentlich zur Schau gestellte Zuneigung wurde in sozialen Netzwerken millionenfach geteilt und als Kontrapunkt zur angespannten Stimmung rund um das Turnier gefeiert.
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