Die Homosexuelle Aktion Westberlin (HAW) war eine der ersten Organisationen der Lesben- und Schwulenbewegung in Deutschland. Sie gründete sich am 21. November 1971 im Drugstore in Berlin-Schöneberg. Vorausgegangen war am 15. August 1971 ein spontanes Treffen von etwa 50 Personen im Kino Arsenal. Die Gründer waren überwiegend Studierende aus der sozialistischen Linken.
Ein Hauptanliegen war die ersatzlose Streichung des Paragraphen 175 aus dem Strafgesetzbuch. Die HAW verstand diesen Kampf als Teil eines größeren gegen Patriarchat und Kapitalismus. Sie organisierte zahlreiche Demonstrationen und von 1972 bis 1975 jährliche Pfingsttreffen für schwule Gruppen aus anderen Städten. 1972 entstand eine Frauengruppe, an der Gisela Necker mitwirkte.
Ab Mitte 1977 verlor die HAW an Einfluss, auch wegen Konflikten zwischen linken Aktivisten und dem „Feministen“-Flügel und wegen des Tuntenstreits. Der Verein wurde am 25. August 1999 aus finanziellen Gründen aus dem Vereinsregister gelöscht.