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Hosenrolle

Buchstabe H 45 Begriffe

Eine Hosenrolle ist eine Travestie-Rolle, in der eine Frau eine männliche Figur spielt. Der Name geht auf die Hosen zurück, die die Darstellerin trägt. Solche Rollen gibt es in allen Sparten des westlichen Theaters, am bekanntesten sind sie aus Oper und Operette.

Nach der Wiedereröffnung der Londoner Theater im Jahr 1660 lösten Schauspielerinnen die Jungen ab, die bis dahin Frauenrollen gespielt hatten. Als die Kastraten im späten 18. Jahrhundert von den Opernbühnen verschwanden, blieb die Frau in Hosen, auch wegen des Ideals der hohen Stimme. Beispiele sind Cherubino in Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“, Octavian im „Rosenkavalier“ von Richard Strauss und Prinz Orlofsky in der „Fledermaus“. Sarah Bernhardt spielte im späten 19. Jahrhundert den Hamlet.

Gedeutet wird die Hosenrolle unterschiedlich: als Beitrag zur Emanzipation der Frau, aber auch als Objektivierung, weil sie Frauenbeine auf die Bühne brachte. Eine moderne Form sind die Otokoyaku der japanischen Takarazuka Revue.

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