Trans Lifeline ist eine gemeinnützige Krisen- und Peer-Support-Hotline speziell für trans Menschen in den USA und Kanada. Gegründet wurde die Organisation 2014 von den Softwareentwicklerinnen Nina Chaubal und Greta Gustava Martela, nachdem beide selbst Suizidgedanken erlebt und einen Mangel an passenden Anlaufstellen für trans Menschen festgestellt hatten.
Was die Hotline von anderen Krisendiensten unterscheidet: Sämtliche Operator*innen sind selbst trans - nach eigenen Angaben ist Trans Lifeline die einzige Suizidpräventions-Hotline weltweit, die ausschließlich von trans Menschen betrieben wird. Ein weiteres Kernprinzip ist der Verzicht auf unfreiwillige Interventionen: Ohne ausdrückliche Zustimmung der anrufenden Person wird weder die Polizei noch ein Rettungsdienst verständigt, da Studien zufolge unfreiwillige Einweisungen das Suizidrisiko erhöhen können.
Neben der telefonischen Unterstützung betrieb Trans Lifeline zeitweise ein Mikrokredit-Programm, über das insgesamt rund 1,5 Millionen US-Dollar an trans Personen vergeben wurden, etwa für Namensänderungen oder Ausweisdokumente - das Programm wurde im November 2023 pausiert. Die Hotline wird von einem kleinen festen Team und Freiwilligen getragen und ist werktags erreichbar.