Vor einem Jahr strich die Trump-Regierung die spezialisierten Krisendienste für queere Jugendliche bei der US-Notfallnummer 988. Die Lücke in der Versorgung ist bis heute spürbar.
Am 17. Juli 2025 beendete die US-Regierung unter Donald Trump abrupt die spezialisierten Krisendienste für LGBTQ+-Jugendliche bei der bundesweiten Suizid-Hotline 988. Seit 2022 konnten junge Menschen unter 25 Jahren über die Taste 3, per SMS mit dem Stichwort "PRIDE" oder im Online-Chat gezielt mit geschulten Berater*innen sprechen, die auf die Situation queerer Jugendlicher eingehen konnten. Mehr als 1,5 Millionen von ihnen hatten den Dienst in Krisenmomenten genutzt.
Die Zahlen zur psychischen Gesundheit queerer Jugendlicher in den USA sind seit Jahren alarmierend: Jährlich ziehen mehr als 1,8 Millionen LGBTQ+-Jugendliche zwischen 13 und 24 Jahren ernsthaft einen Suizid in Betracht, im Schnitt unternimmt alle 45 Sekunden einer von ihnen einen Versuch. Fast 44 Prozent, die psychologische Hilfe suchten, fanden keinen Zugang dazu – eine Lücke, die sich durch das Ende der spezialisierten Hotline noch vergrößert hat.
Die Organisation Trevor Project reagierte mit einer Nothilfe-Kampagne, sammelte 20,4 Millionen Dollar von rund 26.000 Unterstützer*innen und über 53.000 Unterschriften für eine Petition. Mehr als hundert Kongressabgeordnete und zahlreiche Prominente stellten sich hinter die Forderung, den Dienst wiederherzustellen.
Der Druck zeigte inzwischen Wirkung: Der Kongress ordnete an, 33,1 Millionen Dollar an Fördermitteln wiederherzustellen, erste Anzeichen deuten auf eine Wiederaufnahme der Dienste hin. Das Trevor Project bleibt dennoch vorsichtig – die Umsetzung erfolgt unter einer Verwaltung, die per Erlass vom Januar 2025 die Anerkennung von trans Identitäten einschränkt. Ob die Hilfsangebote in ihrer ursprünglichen Form zurückkehren, ist ein Jahr nach der Streichung weiterhin offen.
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