Michael Hendricks, einer der bekanntesten Verfechter der Ehe für alle in Kanada, ist am 18. Juli im Alter von 84 Jahren gestorben. Nach langer Lungenkrankheit entschied er sich für begleitete Sterbehilfe, wie kanadische Medien berichten.
Hendricks und sein Ehemann René Leboeuf führten 2001 eine Klage gegen die Provinzregierung von Québec, gestützt auf die kanadische Grundrechtecharta. Ein Gericht gab ihnen 2002 recht; nach dem Berufungsverfahren wurde die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare am 19. März 2004 sofort legalisiert. Am 1. April 2004 heirateten die beiden als erstes gleichgeschlechtliches Paar Québecs offiziell – nach 30 gemeinsamen Jahren ohne rechtliche Anerkennung. „Es ist wunderbar. Wir hatten gerade unseren großen Moment. Alles ändert sich. Wir werden jetzt als Paar anerkannt – gesellschaftlich und auch vor uns selbst", sagte Hendricks damals.
Schon in den achtziger und neunziger Jahren, auf dem Höhepunkt der HIV/AIDS-Epidemie, hatten Hendricks und Leboeuf für ein permanentes Mahnmal für die Québecer Aids-Toten gekämpft. Daraus entstand der Parc de l'Espoir im Gay Village von Montreal. Noch mit rund 80 Jahren organisierte Hendricks Bürgerwiderstand, als Pläne bekannt wurden, den Park umzugestalten – die Behörden nahmen ihr Vorhaben daraufhin zurück.
Hendricks bleibt damit eine der zentralen Figuren des kanadischen Kampfs um Eheöffnung, dessen Wirkung weit über Québec hinausreichte: Kanada führte die Ehe für alle 2005 landesweit ein.
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