Das US-Bildungsministerium hat die Title-IX-Vorschriften von 2024, die sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität ausdrücklich einschlossen, formell zurückgenommen. Praktisch gilt die Lage seit Januar 2025.
Bild: KI-generiert · Illustration
Die US-Regierung hat die Title-IX-Vorschriften aus der Amtszeit von Joe Biden formell zurückgenommen. Das Bildungsministerium unter Ministerin Linda McMahon gab den Schritt am 28. September 2026 bekannt, wirksam wird er am 29. September. Damit gelten wieder die Regeln von 2020 aus der ersten Amtszeit von Donald Trump.
Die Fassung von 2024 hatte ausdrücklich festgehalten, dass das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts an Schulen und Hochschulen auch sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität umfasst. Sie stärkte außerdem den Schutz vor sexueller Belästigung sowie für schwangere Schülerinnen und Studierende mit Kindern.
Rechtlich ändert sich weniger, als die Meldung nahelegt. Ein Bundesgericht hatte die Biden-Regel bereits im Januar 2025 landesweit aufgehoben, seitdem wendet das Ministerium die Fassung von 2020 an. Der Schritt vom Montag schreibt diese Praxis nun auch im Regeltext fest.
Kritik kommt aus der Community. Cathy Renna von der National LGBTQ Task Force sagt, die Rücknahme habe „den Schutz aller Schüler geschwächt, besonders für trans Schüler, Frauen und Mädchen sowie für Menschen, die sexuelle Belästigung oder Übergriffe erleben“.
Das zugrunde liegende Gesetz von 1972 bleibt unverändert in Kraft. Schulen können außerdem weiterhin eigene Richtlinien beibehalten, die queere Schülerinnen und Schüler unterstützen. Was künftig fehlt, ist die ausdrückliche Klarstellung im Regelwerk selbst, dass der Schutz auch queere Schülerinnen und Schüler einschließt. Ob einzelne Bundesstaaten oder Schulbezirke diese Lücke füllen, bleibt abzuwarten.
Verwandte Artikel
Rekord an Buchverboten: US-Schulen sperrten fast 12.000 Titel
Laut PEN America haben öffentliche Schulen in den USA im Schuljahr 2025/26 11.982 Bücher verbannt, so viele wie nie seit Beginn der Erhebung 2021. Texas und Florida verantworten 95 Prozent der Verbote.
HRC-Umfrage: Die meisten queeren Erwachsenen in den USA leben offen, doch das politische Klima bremst
Vor dem Coming-out-Tag veröffentlicht die Human Rights Campaign Umfrageergebnisse: 85 Prozent der befragten LGBTQ+-Erwachsenen leben mehr oder weniger offen, 56 Prozent sagen, das politische Klima mache sie zurückhaltender.
US-Bildungsministerium nimmt Title-IX-Schutz für LGBTQ-Studierende zurück
Das US-Bildungsministerium hat die Title-IX-Regel von 2024 aufgehoben, die auch Schutz vor Diskriminierung wegen der Geschlechtsidentität vorsah. Es gelten wieder die Vorgaben aus Trumps erster Amtszeit. LGBTQ-Verbände und Opferschutzgruppen kritisieren den Schritt.