Im US-Senat hat Tommy Tuberville trans Menschen als "deranged" bezeichnet und eine Überschneidung zur Furry-Szene behauptet – daraus leitete er ein Risiko für die Flugsicherheit ab.
Bild: KI-generiert · Illustration
Im US-Senat hat Tommy Tuberville am 24. September trans Menschen als „deranged" bezeichnet und Transsexualität eine „mentale Krankheit" genannt. Neben ihm stand ein Plakat mit der Aufschrift „Transgenderism Is a Mental Disease". Der Alabama-Republikaner, der derzeit für das Gouverneursamt seines Bundesstaats kandidiert, sprach sich dafür aus, den Begriff „gender-confused" zu verwenden.
Besondere Aufmerksamkeit erregte eine Passage zur Luftfahrt. Tuberville behauptete eine „erhebliche Überschneidung" zwischen trans Menschen und der Furry-Szene, deren Mitglieder sich in Tierkostümen treffen. Daraus leitete er ein Sicherheitsrisiko ab: Passagiere könnten nicht wissen, ob der Pilot ihres Flugzeugs „ein deranged Faible dafür hat, sich wie ein Tier zu verkleiden". Belege für die These blieb er schuldig.
Weiter erklärte der Senator, Ärztinnen und Ärzte, die trans Personen behandeln, würden „ärztlichen Kunstfehler" begehen. Eltern, die ihre trans Kinder unterstützen, warf er „Kindesmisshandlung" vor. Zudem forderte er, psychiatrische Zwangseinweisungen wieder auszuweiten – ein Rückgriff auf Praktiken, die in den USA seit Jahrzehnten als überwunden gelten.
Die Alabama Trans Rights Coalition reagierte über ihre Organisatorin Tris Wilson. Die Rede zeige vor allem „Verzweiflung, die Debatte auf Kulturkampfthemen zu lenken", statt sich mit den eigentlichen Problemen der Wählerschaft zu befassen.
Tuberville reiht sich mit dem Auftritt in eine wachsende Zahl republikanischer Politiker ein, die im Wahljahr 2026 trans Rechte zu einem zentralen Kampagnenthema gemacht haben. Kritikerinnen und Kritiker werten solche Äußerungen als Versuch, von wirtschaftspolitischen Fragen abzulenken.
Verwandte Artikel
Bärbel Bas tritt zurück: Eine Verbündete der queeren Community geht
Bärbel Bas gibt das Amt der Bundesarbeitsministerin und den SPD-Co-Vorsitz auf. Sie nennt den Tod ihrer Stieftochter als Grund und kritisiert Angriffe, auch aus der Union.
Rekord an Buchverboten: US-Schulen sperrten fast 12.000 Titel
Laut PEN America haben öffentliche Schulen in den USA im Schuljahr 2025/26 11.982 Bücher verbannt, so viele wie nie seit Beginn der Erhebung 2021. Texas und Florida verantworten 95 Prozent der Verbote.
HRC-Umfrage: Die meisten queeren Erwachsenen in den USA leben offen, doch das politische Klima bremst
Vor dem Coming-out-Tag veröffentlicht die Human Rights Campaign Umfrageergebnisse: 85 Prozent der befragten LGBTQ+-Erwachsenen leben mehr oder weniger offen, 56 Prozent sagen, das politische Klima mache sie zurückhaltender.