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Romer v. Evans

Buchstabe R 43 Begriffe
Romer v. Evans ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vom 20. Mai 1996, die als erster großer Sieg für gleichgeschlechtlich liebende Menschen vor dem höchsten US-Gericht gilt. Verhandelt wurde eine 1992 von der Bevölkerung Colorados mit knapper Mehrheit angenommene Verfassungsänderung, die es Städten wie Denver, Boulder und Aspen verbot, Diskriminierungsschutz aufgrund der sexuellen Orientierung gesetzlich zu verankern – bestehende kommunale Antidiskriminierungsregeln wurden dadurch faktisch außer Kraft gesetzt. Der Denveraner Verwaltungsangestellte Richard Evans klagte gegen den damaligen Gouverneur Roy Romer und berief sich auf die Gleichheitsklausel des 14. Verfassungszusatzes. Der Supreme Court gab ihm mit sechs zu drei Stimmen recht; die Mehrheitsmeinung verfasste Richter Anthony Kennedy. Das Gericht erklärte die Verfassungsänderung für ungültig, weil sie eine bestimmte Gruppe allein aufgrund von Ressentiments von rechtlichem Schutz ausschloss, ohne dass ein legitimes staatliches Interesse erkennbar war. Das Urteil begründete noch keinen umfassenden verfassungsrechtlichen Schutz vor Diskriminierung wegen sexueller Orientierung, lieferte der Bürgerrechtsbewegung aber erstmals einen tragfähigen Präzedenzfall. Spätere Grundsatzentscheidungen wie Lawrence v. Texas und Obergefell v. Hodges bauten argumentativ auf Romer v. Evans auf.

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