Rudolf Brazda wurde am 26. Juni 1913 in Brossen geboren und starb am 3. August 2011 in Bantzenheim. Er war Häftling im KZ Buchenwald und gilt als der letzte Überlebende, der den rosa Winkel tragen musste.
Zwischen 1933 und 1935 geriet er ins Visier der NS-Behörden. Das Landgericht Altenburg verurteilte ihn nach Paragraf 175 in der damaligen Fassung zu sechs Monaten Gefängnis, danach wurde er in die Tschechoslowakei abgeschoben. Nach der Annexion des Sudetenlands im Oktober 1938 wurde er verhaftet. Im August 1942 kam er nach Buchenwald, wo er den rosa Winkel mit einem zusätzlichen „T“ trug. Ein kommunistischer Kapo verschaffte ihm Arbeit im Baukommando, was ihm das Leben rettete. Am 11. April 1945 befreite die 3. US-Armee das Lager.
Nach dem Krieg lebte Brazda im Elsass. Anfang der 1950er-Jahre lernte er Edouard Mayer kennen, den er bis zu dessen Tod 2003 pflegte. Öffentlich bekannt wurde er erst 2008: Nach der Einweihung des Denkmals für die verfolgten Homosexuellen in Berlin meldete sich seine Nichte beim LSVD. Im Juni 2008 nahm er an der Gedenkfeier in Berlin teil und erlebte seine erste CSD-Parade. 2009 war er Ehrengast beim EuroPride in Zürich, am 28. April 2011 wurde er Ritter der Ehrenlegion.