Travestie bezeichnet die Darstellung einer Bühnenrolle durch Menschen des anderen Geschlechts. Das Wort kommt aus dem Französischen und Italienischen und bedeutet sinngemäß „verstellen, verkleiden“. Meist treten Männer in Frauenkleidung auf, die Shows leben von Imitation, Parodie und überzeichneten Diven, von Musik, Gesang und derbem Witz. Travestie ist nicht an eine bestimmte sexuelle Orientierung gebunden.
Von verwandten Begriffen lässt sie sich abgrenzen: Dragqueens und Dragkings pflegen eine dauerhafte Kunstfigur mit eigenem Namen. Eine Tunte trägt Fummel auch abseits der Bühne, etwa auf Demos oder Partys. Transvestitismus meint das alltägliche Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts. Mit Transgeschlechtlichkeit hat Travestie nichts zu tun, ebenso wenig mit „Travesti“, dem Selbstbegriff vieler trans Personen in Lateinamerika.
Bekannte Darsteller*innen in Deutschland sind Mary & Gordy, Lilo Wanders und Olivia Jones. Zu den Klassikern zählen Zaza aus „Ein Käfig voller Narren“ und Dr. Frank N. Furter aus „The Rocky Horror Show“. Männer in Frauenrollen sind alt: Im griechischen Theater spielten sie alle Rollen, im elisabethanischen Theater übernahmen Jungen die Frauenparts.