Vor der katholischen Kirche St. Sebastian am Mannheimer Marktplatz hat am Montagabend, den 15. Juli, jemand einen neun Meter hohen Fahnenmast mit Regenbogenflagge gezielt abgesägt. Der Mast stürzte gegen 18:45 Uhr auf den Gehweg, verletzt wurde niemand.
Eine Kirchenmitarbeiterin stellte den Täter zur Rede, woraufhin er zu Fuß in Richtung Parkring flüchtete und Mast wie Flagge zurückließ. Mehrere Passant*innen beobachteten die Tat, eine Person alarmierte die Polizei. Pfarrer Lukas Glocker erstattete Anzeige. Die Kriminalpolizei Heidelberg hat inzwischen einen 58-jährigen Mann als Tatverdächtigen identifiziert. Ihm drohen ein Verfahren wegen Sachbeschädigung und Schadensersatzforderungen für den zerstörten Mast.
Die Flagge hing anlässlich des Monnem Pride vor der Kirche – bereits im dritten Jahr in Folge beteiligt sich die katholische Gemeinde gemeinsam mit evangelischen und weiteren christlichen Organisationen an der Aktion. Pfarrer Glocker hatte sie bewusst hissen lassen und erklärt, sie stehe dafür, „dass alle Menschen unabhängig von sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Herkunft, Religion, Aussehen oder Hautfarbe mit Respekt und Würde behandelt werden sollen". Die Kirchenleitung betont, das Symbol stehe für ein sichtbares Bekenntnis zu diesem Anspruch – der Angriff darauf trifft gezielt ein Zeichen kirchlicher Solidarität mit queeren Menschen.
Vorfälle wie dieser sind kein Einzelfall: Auch anderswo in Deutschland werden Regenbogenflaggen an Kirchen, Rathäusern und Privathäusern rund um Pride-Aktionen immer wieder mutwillig beschädigt oder gestohlen. Für die Mannheimer Gemeinde ändert das nichts an der Haltung, die Aktion auch im kommenden Jahr fortzusetzen.
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