Bei einer Anhörung des US-Repräsentantenhauses zur Smithsonian Institution hat die republikanische Abgeordnete Nancy Mace aus South Carolina Fotos von RuPaul und den Drag-Race-Stars Kandy Muse und Joey Jay gezeigt – und damit für Entsetzen gesorgt. Anlass war eine Ausstellung des National Museum of American History, in der die Bilder zu sehen waren.
Mace bezeichnete RuPaul als „einen Mann, der sich wie eine Frau kleidet" und fragte die anwesende Museumsdirektorin, wie viele Kinder in den USA von Erwachsenen missbraucht würden. Ihre These: Ausstellungen wie diese würden Kinder sexualisieren und sie dadurch anfälliger für sexuellen Missbrauch machen. Die Anhörung war Teil des Vorstoßes der Trump-Administration, dem Smithsonian mangelnden Patriotismus vorzuwerfen und queere sowie auf Sklaverei bezogene Inhalte aus den Museen zu verbannen.
Die beiden angesprochenen Dragqueens reagierten prompt. Kandy Muse postete ein Foto der Anhörung mit dem lakonischen Kommentar „Kann ich klagen?". Joey Jay kündigte an, sich mit seinem Anwalt zu beraten. Auch andere Szenegrößen meldeten sich zu Wort: Willam konterte mit einem historischen Verweis auf den Kontinentalkongress, Cynthia Lee Fontaine schlug vor, Mace möge sich stattdessen dem Missbrauch in Kirchen widmen. RuPaul selbst äußerte sich bislang nicht.
Die Ausstellung „Illegal to Be You: Gay History Beyond Stonewall", auf die sich der Streit letztlich zurückführen lässt, war bereits 2021 geschlossen worden.
Verwandte Artikel
US-Kampagne stellt Plakate gegen die Ehe für alle auf
Eine Allianz aus 47 christlich-konservativen Organisationen will das Grundsatzurteil zur Ehe für alle in den USA per Klage kippen. Erste Plakate mit der Botschaft, Kinder bräuchten zwingend Mutter und Vater, stehen bereits in Ohio.
Victoria Cruz, Stonewall-Veteranin und Trans-Aktivistin, ist gestorben
Victoria Cruz war 1969 beim Stonewall-Aufstand dabei und setzte sich fast 50 Jahre lang für Gewaltopfer aus der queeren Community ein. Sie starb im Alter von 79 Jahren.
NFL-Quarterback Caleb Williams lässt sich von Hass wegen lackierter Nägel nicht beirren
Chicago-Bears-Star Caleb Williams trägt seit Jahren lackierte Fingernägel und erntet dafür homophobe Anfeindungen – obwohl er sich nie als schwul geoutet hat. Er bleibt dabei.